23. März 2026 Wärmepumpe und PV clever kombinieren - Beispiel 3

 Wärmepumpe

Effiziente Energieversorgung durch abgestimmtes Gesamtsystem

Ausgangssituation

Im vorliegenden Projekt im Landkreis Aschaffenburg wurde ein bestehendes Einfamilienhaus energetisch auf eine moderne und zukunftssichere Wärmeversorgung umgestellt.

Gebäudedaten

  • Baujahr: 2001
  • Wohnfläche: ca. 260 m²
  • Nutzung: Einfamilienhaus
  • Wärmeverteilung: Heizkörper
  • Sanierungsmaßnahmen: keine

Ziel war die Umstellung auf eine effiziente, erneuerbare Wärmeversorgung, ohne umfangreiche bauliche Maßnahmen am Gebäude durchzuführen.


Anlagentechnik

Wärmepumpensystem

  • Fabrikat: Vaillant
  • Typ: aroTHERM plus VWL 75/6
  • Kältemittel: R290 (Propan)
  • Heizsystem: Heizkörperbetrieb mit max. 50 °C Vorlauftemperatur

Zusätzlich wurde ein Tuxhorn Systemspeicher mit folgenden Komponenten installiert:

  • integrierte Frischwasserstation zur hygienischen Trinkwasserbereitung
  • gemischter Heizkreis
  • eTHERM – Power-to-Heat für maximale Eigenverbrauchsoptimierung

Die Trinkwasserbereitung erfolgt im Durchflussprinzip, wodurch kein Trinkwasser gespeichert wird.


Photovoltaikanlage und Energiemanagement

  • PV-Leistung: ca. 8,55 kWp
  • Ausrichtung: Süd
  • Wechselrichter: SMA Sunny Tripower 8.0
  • Energiemanagement: SMA Home Manager 2.0
  • Batteriespeicher: 7,68 kWh

Zusätzlich wurde eine Wallbox integriert, die ebenfalls in das Energiemanagement eingebunden ist.

Die Kommunikation zwischen Wärmepumpe und Energiemanagement erfolgt über das EEBUS-Protokoll.


Nutzung von PV-Überschuss: Tuxhorn eTHERM

Zur Optimierung des Eigenverbrauchs wurde ein Tuxhorn eTHERM installiert.

Funktion:

  • Nutzung von PV-Überschüssen ab ca. 500 W
  • Umwandlung elektrischer Energie in Wärme
  • geschichtete Einbringung der Energie in den Systemspeicher

Vorteile:

  • Erhöhung des Eigenverbrauchs
  • Entlastung der Wärmepumpe
  • zeitversetzte Nutzung der erzeugten Wärme

Betriebsergebnisse

Stromverbrauch

Oktober – Dezember 2025 (Inbetriebnahmephase):

  • Gesamtstromverbrauch Gebäude: ca. 2.400 kWh
  • Anteil Wärmepumpe: ca. 1.500 kWh

Januar – März 2026 (Winterbetrieb):

  • Gesamtstromverbrauch: ca. 3.200 kWh
  • Anteil Wärmepumpe: ca. 1.800 kWh

Dies entspricht ungefähr:

  • ca. 180 Liter Heizöl
  • bzw. ca. 180 m³ Erdgas

Eigenverbrauchsquote

  • 2025: ca. 98 %
  • 2026 (Jan–März): ca. 91 %

Der überwiegende Anteil des erzeugten PV-Stroms wurde im Gebäude selbst genutzt.


Analyse des Anlagenverhaltens

06.11.2025 (niedrige Außentemperaturen, Sonneneinstrahlung)

  • Wärmepumpe läuft bis ca. 10 Uhr
  • anschließend übernimmt der eTHERM die Wärmeerzeugung

Die erzeugte Wärme wird im Speicher geschichtet und zeitversetzt genutzt, wodurch die Wärmepumpe über mehrere Stunden abgeschaltet bleibt.


22.01.2026 (sehr niedrige Außentemperaturen)

  • kontinuierlicher Betrieb der Wärmepumpe
  • kein Einsatz des elektrischen Heizstabs erforderlich

Stromverbrauch: ca. 43 kWh
→ entspricht ca. 4 Litern Heizöl


07.03.2026 (milde Temperaturen mit hoher PV-Erzeugung)

  • Wärmebedarf vorhanden
  • Wärmeerzeugung vollständig über PV-Überschuss (eTHERM)

Die Wärmepumpe bleibt an diesem Tag vollständig außer Betrieb.


Bewertung

Das Projekt zeigt, dass eine Wärmepumpe im Bestandsgebäude mit Heizkörpern effizient betrieben werden kann, sofern folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • exakte Heizlastberechnung
  • Überprüfung der vorhandenen Heizkörper
  • Anpassung an niedrige Vorlauftemperaturen
  • korrekte Dimensionierung der Wärmepumpe
  • Integration eines abgestimmten Energiemanagementsystems

Die Kombination aus Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und eTHERM ermöglicht:

  • sehr hohe Eigenverbrauchsquoten
  • geringe Betriebskosten
  • reduzierte Abhängigkeit von externen Energiepreisen

Fazit

Die Kombination aus:

  • Wärmepumpe (R290)
  • Photovoltaikanlage
  • Batteriespeicher
  • Energiemanagement
  • eTHERM

stellt ein effizientes Gesamtsystem dar, das sowohl technisch als auch wirtschaftlich überzeugt.

Entscheidend ist dabei nicht die einzelne Komponente, sondern die systematische Abstimmung aller Anlagenteile.

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